Blutegeltherapie

Blutegeltherapie

Die Blutegeltherapie ist ein traditionelles Naturheilverfahren, das auch in der Tiertherapie wieder zunehmend Beachtung findet. Dabei werden medizinische Blutegel gezielt an bestimmten Körperstellen angesetzt. Für viele Tierhalter klingt das im ersten Moment ungewohnt, doch die kleinen Helfer geben während des Saugens wertvolle Stoffe über ihren Speichel ab, die den Körper auf natürliche Weise unterstützen können.

Was machen Blutegel?

Wenn ein Blutegel angesetzt wird, beißt er sich vorsichtig in die Haut und beginnt zu saugen. Dabei gibt er über seinen Speichel verschiedene Wirkstoffe in das Gewebe ab. Diese Stoffe können unter anderem die Blutgerinnung hemmen, die Durchblutung fördern, den Lymphfluss anregen, Entzündungen regulieren und schmerzlindernd wirken. Nach dem Abfallen des Egels blutet die kleine Bissstelle meist noch eine Zeit lang nach. Dieses Nachbluten ist erwünscht, da es wie ein sanfter, lokaler Aderlass wirken kann und den Abtransport von Stoffwechselprodukten unterstützt.

Warum nutzt man Blutegel?

Blutegel werden genutzt, weil ihr Speichel eine besondere Mischung aus natürlichen Wirkstoffen enthält. Der bekannteste Stoff ist Hirudin, der die Blutgerinnung hemmt. Daneben sind viele weitere Substanzen beteiligt, die gemeinsam durchblutungsfördernd, entzündungshemmend, abschwellend und schmerzlindernd wirken können. Gerade bei Beschwerden, bei denen Stauungen, Entzündungen, Schwellungen oder Schmerzen eine Rolle spielen, kann die Blutegeltherapie eine wertvolle ergänzende Maßnahme sein. Viele Tiere tolerieren die Behandlung gut und entspannen während der Anwendung nach kurzer Zeit.

Wofür wird die Blutegeltherapie angewendet?

In der Tierheilpraxis kann die Blutegeltherapie bei Hunden, Pferden und teilweise auch Katzen unterstützend eingesetzt werden. Typische Anwendungsbereiche sind zum Beispiel Arthrose, Arthritis, Sehnen- und Bänderprobleme, Muskelverspannungen, Hämatome, Schwellungen, schlecht heilende Wunden, Narben, Abszesse, Ekzeme, Hufrehe, Mauke, Satteldruck, Othämatome oder Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule. Auch nach Verletzungen oder Operationen kann sie in bestimmten Fällen unterstützend genutzt werden, wenn Stauungen, Entzündungen oder Wundheilungsprobleme bestehen. Wichtig ist jedoch immer eine sorgfältige Einschätzung: Nicht jedes Tier und nicht jede Erkrankung ist für eine Blutegeltherapie geeignet. Bei Blutgerinnungsstörungen, starker Schwäche, Blutarmut, bestimmten Medikamenten oder schweren Grunderkrankungen darf sie nicht oder nur nach tierärztlicher Rücksprache angewendet werden.

Bitte beachten: Tierarzneimittelgesetz (TAMG) vom 28.01.2022

Wichtiger Hinweis zur Blutegeltherapie
Seit Inkrafttreten des Tierarzneimittelgesetzes (TAMG) vom 28.01.2022 dürfen medizinische Blutegel bei Tieren nur noch nach ausdrücklicher tierärztlicher Verordnung angewendet werden.

Da der Blutegel rechtlich als apothekenpflichtiges Humanarzneimittel gilt und keine Zulassung für Tiere besitzt, benötige ich vor der Behandlung eine entsprechende Verordnung oder Überweisung Ihrer Tierärztin bzw. Ihres Tierarztes. Ohne diese darf ich die Blutegeltherapie leider nicht durchführen.